Innenbegrünung

Im Rahmen einer immer höheren Verdichtung der gebauten Struktur und dem einhergehenden Verlust von Grün- und Freiräumen befürchten viele, dass dem Menschen ein erheblicher Teil an Lebens- und Wohnqualität verloren geht.

Um diesem Verlust entgegenzuwirken entwickelt sich seit Jahren der Trend, die verloren gegangenen Grün- und Freiräume in die Gebäude zu holen.

Neben der allgemeinen Wiederbeschaffung an Erholungsflächen bietet die Innenraumbegrünung eine sehr positive Nebenerscheinung: Anlagenbenutzer haben die Möglichkeit, diese neuen Freiräume 360 Tage im Jahr zu nutzen – unabhängig von Witterung und Uhrzeit.

Zudem wirkt sich eine fachgerechte Innenraumbegrünung positiv auf das das Gebäudeklima aus – auf natürliche Art und Weise.

Der hohe Grad an Fachwissen und die Notwendigkeit der Verschmelzung unterschiedlicher Architektur- und Ingenieurdisziplinen wurde anfänglich maßgeblich unterschätzt. Nur mit einer auf jeden Gebäudetyp interdisziplinären abgestimmten Planungsleistung zwischen Hochbauarchitekt, Landschaftsarchitekt, Sanitärplaner, Fassadenplaner und Gebäudetechniker ist es möglich, eine einwandfrei funktionierende Innenraumlandschaft zu entwickeln und zu erhalten.

Für das technische Gelingen sind folgende Hauptpunkte verantwortlich:

  • das Wassermanagement
  • der Bodenaufbau
  • die Gebäudeverglasung
  • die Beleuchtung / Schattierung
  • die Temperatur
  • die Be- und Entlüftungsanlage
  • die Pflanzenart

Bewässerung
Da der natürliche Niederschlag komplett fehlt, muss eine automatische Bewässerungsanlage so eingerichtet werden, dass die Vegetationsflächen immer so viel Wasser erhalten, wie es der gewählte Vegetationstyp (mediterran, tropisch, asiatisch etc.) verlangt. Um das Wasser möglichst Ressourcen sparend zu nutzen, empfiehlt es sich Kreislaufsysteme einzurichten, die sich unter anderem aus dem, auf der Gebäudehülle auftreffenden, natürlichen Niederschlag speisen.

Belichtung
Hier spielt im besonderen Maße die Verglasung der transparenten Gebäudehülle eine maßgebliche Rolle. Je nach Verglasungsart (Einfachverglasung / Isolierverglasung / Wärmeschutzverglasung etc.)  ist die Lichttransmission sehr unterschiedlich. Für die Photosynthese der Pflanzen ist insbesondere der  sichtbare Strahlungsbereich von 380-780 nm von großer Bedeutung. Es gilt der Grundsatz: Je höher der Schutzgrad der Verglasung, desto mehr künstliches Licht benötigen die Pflanzen.

Pflanzenart
In Abhängigkeit der zur Verfügung stehenden Belichtung und der geplanten und unterstellten Raumtemperatur in der gesamten Jahresamplitude ist der Typ der Vegetation zu wählen.